128. Jahresdienstversammlung

Viele Gäste aus Politik und Verwaltung, von der Feuerwehr und vielen Hilfsorganisationen, Vereinen sowie viele passive Mitglieder konnte Stadtbrandmeister Dieter Stellmacher auf der 128. Jahresdienstversammlung im vollbesetzten Saal des Hotel Reichshof begrüßen.

Konnte Dieter Stellmacher letztes Jahr noch von einem "Jahr der Superlative" hinsichtlich der Einsatzzahlen berichten, so war das abgelaufene Jahr 2014 mit "nur" 297 Einsätzen in dieser Hinsicht für die Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung eher durchschnittlich. Trotzdem musste wieder die gesamte Bandbreite der Einsätze abgearbeitet werden. Von Ölschäden über Personensuchen, Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen, Türöffnungen und Brandsicherheitswachen, von Entstehungsbränden bis Großbränden mussten wieder alle erdenklichen Notfallsituationen gemeistert werden. Nebenbei wurde auch die Aus- und Weiterbildung in der Wehr forciert. Stellmacher bedankte sich ausdrücklich bei seinen Kameradinnen und Kameraden für die geleistete Arbeit und das große Engagement. Der Norder Bevölkerung versicherte er auch für das Jahr 2015 dass die Wehr im Notfall zur Stelle sei wenn sie gerufen wird.

Der Stadtbrandmeister ging dann kurz auf die Einsatzzahlen ein und hob noch einmal einige besondere Einsätze in Erinnerung. Die Gesamtzahl der Einsätze von 297 gliedert sich auf in 125 Brand- und 172 Hilfeleistungseinsätze. Die Anzahl der ausgelösten Brandmeldeanlagen sei leicht zurückgegangen, aber mit 60 immer noch unakzeptabel hoch. Dies würde lt. Stellmacher häufig an schlechter oder gar fehlender Wartung der Anlagen liegen. Seiner Meinung nach könne man dem nur entgegenwirken indem man die Firmen und Hersteller zur Kasse bittet.

Bei den Mitgliederzahlen zeichnet sich eine Entwicklung gegen den Trend an. Entgegen dem demografischen Wandel wächst die Freiwillige Feuerwehr Norden seit Jahren. Im Berichtsjahr konnte ein Plus von 20 Mitgliedern verzeichnet werden. Dieter Stellmacher sagte dass sich alle Anstrengungen in den letzten Jahren, wie z. B. der Bau eines Jugendgebäudes, gelohnt hätten und jetzt Früchte tragen würden. Darauf könnten alle Beteiligten stolz sein.

Neben der Einsatzabteilung haben natürlich auch die anderen Abteilungen der Norder Wehr unzählige Stunden in ehrenamtliche Arbeit investiert:

So hat sich die Jugendfeuerwehr Norden im Bundeswettbewerb für den Ausscheid auf Bezirksebene qualifiziert. In Zusammenarbeit mit den Jugendfeuerwehren Hage und Norderney konnten acht Leistungsspangen, die höchste Auszeichnung in der Jugendfeuerwehr, erworben werden. Auch ein Zeltlager wurde besucht, diesmal ging es ins Bundeszeltlager nach Wolfratshausen bei München. Für 2015 steht ebenfalls wieder der Bundeswettbewerb an und die Jugendfeuerwehr feiert 20-jähriges Bestehen.

Auch die Norder Kinderfeuerwehr, besser bekannt unter dem Namen Löschzwerge, hat ein tätigkeitsreiches Jahr hinter sich. Müllsammlung, Funkjagd, Hydrantenrallye und Treffen mit anderen Kinderfeuerwehren sind hier beispielhaft zu nennen. Ein Höhepunkt im letzten Jahr war mit Sicherheit die Übergabe der Hüpfburg, welche auch gleich auf dem Norder Stadtfest ausprobiert wurde.

Das Stadtorchester hat auch in 2014 seine positive Entwicklung fortgesetzt. Es besteht aus vier Formationen mit insgesamt 151 Mitgliedern. Um flexibel auf verschiedenartige Auftritte reagieren zu können wurden mehrere kleine Gruppen gebildet. Besondere Termine waren der Neujahrsempfang der Stadt Norden, Konzerte in der Arler Kirche und in der Oberschule, Auftritte in Norddeich und Leybuchtpolder, Sommerakademie und Weihnachtskonzert.

Der Feuerwehr- und Schützenspielmannzug hatte 2014 eher ein ruhiges Jahr zu verzeichnen. Da viele Schützenfeste und Platzkonzerte nicht mehr stattfinden wurden die Auftritte weniger. Trotzdem machte man gemeinsam noch viel Musik. Die Musikrichtungen wurden hin zu modernen Stücken aus Schlager- Pop- und Rockszene geändert. Man hofft dass sich dadurch wieder mehr junge Leute für diese Art Musik interessieren.

Die Oldie-Gruppe hatte ihr Hauptaugenmerk in 2014 wieder auf die Fertigstellung der Drehleiter 22 aus dem Jahre 1952 gerichtet. Sie war die erste Drehleiter in der Stadt Norden und im Landkreis Aurich. Auch waren Reparaturen an dem Tanklöschfahrzeug 16 aus dem Jahre 1957 zu erledigen. Im Juli war die Oldie-Gruppe dann beim 60-jährigen Bestehen des Ortsteils Leybuchtpolder dabei und hat so manchen Besucher dort begeistert. 

Die Altersabteilung war natürlich im letzten Jahr auch wieder sehr aktiv und ist, so Stellmacher, aus dem "Uhrwerk" Freiwillige Feuerwehr Norden nicht mehr wegzudenken. Viele Alterskameraden helfen bei unterschiedlichsten Aufgaben mit. Sei es bei der Verwaltung von Daten, bei der Außenpflege und Besichtigungen des Hilfeleistungszentrums und bei verschiedenen anderen Veranstaltungen wirken sie mit. Auch bei der Kinderfeuerwehr stehen sie mit auf dem Dienstplan, so kommen alt und jung in der Norder Wehr zusammen.

Auch die kameradschaftlichen Veranstaltungen kamen im Berichtsjahr nicht zu kurz. Ob Osterfeuer, Bosseln mit der Feuerwehr Greetsiel, Besuch in Pasewalk oder der Nikolausnachmittag für die Alterskameraden wurde wieder vieles auf die Beine gestellt. Über eine Sache freute sich der Stadtbrandmeister allerdings besonders: Im Januar stand nämlich eines Abends die gesamte Wehr mit allen Abteilungen und Fahrzeugen vor seiner Haustür. Der Grund war sein 60. Geburtstag. Hierfür bedankte sich Dieter Stellmacher bei allen Beteiligten noch einmal sehr herzlich, es war für ihn eine tolle Überraschung.

Der Stadtbrandmeister sprach natürlich auch wieder das abgelaufene Haushaltsjahr an. So blieb man dieses Jahr zwar von den ganz großen Reparaturen verschont, allerdings werden bei den Fahrzeugen mit zunehmenden Alter die Mängel immer häufiger. Alle Fahrzeuge konnten im Berichtsjahr mit Digitalfunkgeräten ausgestattet werden, außerdem wurde auf die digitale Alarmierung umgestellt. Die neue Technik funktioniere zwar sehr gut, jedoch hätten Kameraden mit "Leseschwäche" Probleme, da es keine Durchsagen mehr gebe sondern der Alarm nur noch in Textform übermittelt werde so Stellmacher. Es wurden Beschaffungen getätigt wie z. B. Sprungretter, Handlampen, Rauchverschlüsse und andere notwendige Sachen. Weiterhin konnte ein neuer Kommandowagen als Ersatz für den abgängigen bestellt werden. Die Auslieferung wird wahrscheinlich im März erfolgen. Auch die Neuanschaffung eines LF 20 als Ersatz für das jetzige über 30 Jahre alte LF 16 konnte weiter vorangetrieben werden. Die Ausschreibungen sind abgeschlossen, jetzt müsse man das Ergebnis abwarten. Die Drehleiter wird außerdem in diesem Jahr 20 Jahre alt und muss zu einer aufgrund von Sicherheitsvorschriften erforderlichen größeren Inspektion zum Hersteller nach Karlsruhe. Diese Inspektion wird alleine ca. 90.000 Euro kosten. Stellmacher bedankte sich nochmal für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Wehrführung und Rat und Verwaltung der Stadt Norden. Alle Möglichkeiten würden ausgeschöpft um die Anforderungen die an eine schlagkräftige Feuerwehr zu stellen sind zu erfüllen.

Bürgermeisterin Barbara Schlag ging dann in ihrer Ansprache u. a. auf die umfangreichen Investitionen im Fahrzeugbereich in diesem Jahr seitens der Stadt und des Landkreises ein. Durchschnittlich wären in Deutschland Feuerwehrfahrzeuge nach 20 Jahren abgeschrieben. In Norden werden in diesem Jahr ein LF 16 und ein Rüstwagen ausgemustert, welche bereits beide über 30 Jahre alt sind. Hier würde sich auch die gute Pflege der Fahrzeuge durch die Feuerwehrleute bemerkbar machen. Die Stadt Norden beschafft in diesem Jahr ein LF 20 für ca. 320.000 Euro, der Landkreis Aurich einen neuen Rüstwagen für ca. 400.000 Euro, der in Norden stationiert wird. Außerdem wird seitens der Stadt ein neuer Kommandowagen angeschafft. Frau Schlag sprach auch noch einmal die Nachwuchsarbeit in der Norder Wehr an. Sie hatte mehrere Artikel mitgebracht, in dem der demografische Wandel und die damit verbundenen Nachwuchssorgen bei der Feuerwehr beschrieben werden. In Norden hätte man allerdings damit nicht zu kämpfen. Die Norder Wehrführung hätte bereits vor 20 Jahren in Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung mit der Gründung der Jugendfeuerwehr Weitsicht bewiesen und so diesem Wandel damals bereits entgegengewirkt. Die vorgetragenen Zahlen vom Stadtbrandmeister würden dies belegen. Der Bau des Jugendgebäudes und die Gründung der Kinderfeuerwehr wären weitere Schritte zur Nachwuchssicherung.

Bezirksbrandmeister Ernst Hemmen und Abschnittsbrandmeister Jochen Behrends kamen in ihren Ansprachen u. a. auch noch einmal auf den schrecklichen Unfall vom 11. Januar in Haxtum zu sprechen bei dem der Kamerad Heiner Grünefeld während eines Einsatzes tödlich verunglückte. Trotz der guten Ausstattung und der umfangreichen Ausbildung könne man so etwas leider in der Feuerwehr nie ganz ausschließen. Im Laufe der Versammlung wurde dem verstorbenen Kameraden in einer Schweigeminute gedacht.

Weitere Grußworte sprachen der Bundestagsabgeordnete Heiko Schmelzle und der Leiter des Norder Polizeikommissariats Ingo Brickwedde. Dieser ging u. a. auch noch einmal auf die in Norden herrschende sehr gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr ein. Ein wohl nicht ganz ernst gemeinter Ratschlag ging an Bürgermeisterin Barbara Schlag: Brickwedde berichtete, dass es 205 n. Chr. einen römischen Kaiser mit Namen Septimius Severus gegeben hätte der die Feuerwehrleute von der Zahlung öffentlichen Abgaben befreit habe. Frau Schlag versprach dies zu prüfen, sagte aber spontan nichts zu ...

Auch standen wieder viele Ehrungen auf der Tagesordnung:

Von der Jugendfeuerwehr wurden Gerben Oosting und Kevin van der Laan für die am meisten geleisteten Stunden mit dem Wanderpokal ausgezeichnet.

Die Kameraden(innen) Marina Klaassen, Monika Klaassen, Stefan Mennen, Robert Odamety, Oliver Prigge, Arno Schröder, Heiko Schwitters, Sebastian Stellmacher, Hauke Weber und Wilko Wilberts haben im Berichtsjahr keinen Dienst ausgelassen und erhielten dafür ein Buchgeschenk.

Ehrenstadtbrandmeister Karl Kettler wurde mit Vollendung des 63. Lebensjahres in die Altersabteilung versetzt. Stellmacher ging noch einmal kurz auf seinen Werdegang ein, bat jedoch um Verständnis hier nicht alles ansprechen zu können da der Abend hierfür nicht ausreichen würde. Karl Kettler hat vieles in seiner Amtszeit bewegt, beispielhaft zu nennen sind hier die Gründung der Jugend- und Kinderfeuerwehr, der Bau des Hilfeleistungszentrums und des Jugendgebäudes. Kettler wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit der Rettungsmedaille des Landes Niedersachsen und mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes e. V.

Mit dem Nds. Ehrenzeichen für 25-jährige Dienste im Feuerlöschwesen wurde der Kamerad Peter Engel vom Bezirksbrandmeister Ernst Hemmen ausgezeichnet. Das Nds. Ehrenzeichen für 40-jährige Dienste im Feuerlöschwesen erhielt Berthold Mennen.

Das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes für 50-jährige Mitgliedschaft erhielten Reinhold Ocken und Wilhelm Schmeding, für 60-jährige Mitgliedschaft Dietrich Fick, Erwin Mellies und Horst Thom und das seltene Ehrenzeichen für 70-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurde Siebelt Fischer verliehen.

Dann gab es noch zwei weitere besondere Ehrungen. Der Kamerad Wilhelm Schmeding erhielt aus den Händen von Bezirksbrandmeister Ernst Hemmen die Ehrennadel der Ostfriesischen Feuerwehren für seine unermüdlichen Dienste für die Freiwillige Feuerwehr Norden. Der Kamerad Heinrich Odenga wurde von Stadtbrandmeister Dieter Stellmacher für 65-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Norden ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird nur innerhalb der Norder Wehr verliehen.

Folgende Kameradinnen und Kameraden wurden befördert bzw. in eine Funktion eingesetzt:

Feuerwehrmann bzw. Feuerwehrfrau sind jetzt Martin Kleen, Stefan Mennen, Mathias Lottmann und Fabian-Alexander Bertram. Zur Hauptfeuerwehrfrau bzw. Hauptfeuerwehrmann wurden Nicole de Wall, Robert Odamety, Heiko Richter, Friedo Weege, Stefan Reemts und Christian Gerdes befördert. Tjado Campen wurde als kommissarischer stellvertretender Gruppenführer und Dieter Fischer als kommissarischer Gruppenführer auf dem LF 16-TS eingesetzt, Fokko Schumann als kommissarischer stellvertretender Gruppenführer auf dem LF-Logistik. Zum Oberlöschmeister wurden die Kameraden Jörg Booken und Ralf Scharfenort befördert. Zum Brandmeister befördert wurde Norbert Krüger und Oberbrandmeister ist jetzt Christian Schipper. Thomas Kettler und Thomas Weege tragen in ihren Funktionen als stellvertretende Stadtbrandmeister nun den Dienstrang eines Hauptbrandmeisters.

Bilder: O. Prigge/E. Weege

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