Kleiner Brand – große Fragezeichen

16.01.2026, 14:28 Uhr, geschrieben von Thomas Weege in Einsätze » Einsätze 2026 »

Ein kleiner Brand, ja eher ein Minibrand, hat am Freitagnachmittag für große Fragezeichen bei der Freiwilligen Feuerwehr Norden gesorgt. In der Osterstraße, eine belebte Einkaufsstraße in Norden, wurde von einem Passanten ein brennender Mülleimer gemeldet – direkt vor einer großen Drogerie. Als sich die Einsatzkräfte auf den Weg machten, kam von der Leitstelle die Meldung, dass das Feuer inzwischen aus sein soll. Für die Feuerwehr war klar: Da hat jemand Zivilcourage bewiesen und den Brand mit einem Eimer Wasser, einem Feuerlöscher oder einem Gartenschlauch erfolgreich bekämpft. Hervorragend. Ein Löschfahrzeug fuhr die Einsatzstelle dennoch zur Kontrolle an.

Vor Ort angekommen wussten die Feuerwehrleute nicht so recht, was sie von der Sache halten sollten. Bei dem Mülleimer handelte es sich um ein festinstallierten Stahlbehälter auf dem Gehweg. Der untere Teil war gefüllt mit Abfällen, der obere Teil ist für Zigarettenkippen vorgesehen. Kein Rauch, kein Brandgeruch und auch keine Spuren von Löschmaßnahmen waren zu sehen. Vermutlich hatten die eingeworfenen Kippen kurz etwas gequalmt und sind dann von alleine erloschen, so die Vermutungen der Helfer die kurz zuvor alles haben stehen und liegenlassen, um eigentlich eine Gefahr für die Bevölkerung abzuwehren.

Während ein Feuerwehrmann etwas Wasser in den Mülleimer kippte, beantworteten die übrigen Einsatzkräfte die neugierigen und ungläubigen Fragen von weiteren Passanten und Geschäftsleuten aus der Nachbarschaft. Die gestellten Fragen klangen alle gleich: „Wegen sowas ruft man die Feuerwehr?“. Auch die Feuerwehr beschäftigte das Verhalten des Anrufers. Grundsätzlich hat er ja richtig gehandelt. Er hat eine Gefahr gesehen und diese nicht ignoriert. Aber warum fragt man in solch einer Situation nicht in einem Geschäft nach einem Eimer Wasser? Warum fragt man nicht andere Passanten um Rat? Warum wählt man so schnell den Notruf, ohne sich Gedanken um alternative Lösungen zu machen? Eine Antwort fanden die Feuerwehrleute darauf nicht.