Einsätze durch Schneesturm „Elli“

09.01.2026, 17:29 Uhr, geschrieben von Thomas Weege in Einsätze » Einsätze 2026 »

Der am Freitag über Norddeutschland hinweggezogene Schneesturm hat der Freiwilligen Feuerwehr Norden einiges an Arbeit beschert. Den Anfang machte am Morgen ein umgestürzter Baum auf der Westermarscher Straße. Der Baum hatte dem Sturm und der Schneelast nachgegeben. Mit einer Motorsäge wurde der Baum zerlegt und die Fahrbahn anschließend geräumt.

Über Tag beschäftigten sich die Feuerwehrleute damit das Hilfeleistungszentrum und das Feuerwehrhaus dauerhaft vom Schnee freizuhalten, um im Alarmfall ohne weitere Verzögerungen auszurücken. Weiterhin wurden die aufgezogenen Schneeketten auf korrekten Sitz kontrolliert.

Am späten Nachmittag forderte der städtische Baubetriebshof dann die Hilfe der Norder Feuerwehr an. Der Westerlooger Strohweg und die Tunnelstraße waren durch Schneewehen blockiert. An verschiedenen Stellen standen insgesamt fünf Autos, die sich dort festgefahren hatten. Sie behinderten die Arbeiten des Winterdienst. Die Räum- und Bergungsarbeiten hätten dem Bauhof zu viele Ressourcen geraubt, die anderer Stelle benötigt worden wären. Durch die Blockade waren das Mutter-Kind-Heim sowie mehrere Häuser von der Außenwelt abgeschnitten. Auch dem Flugplatz Norden-Norddeich drohte dieses Schicksal. Das hätte Folgenden für die Luftrettung in ganz Ostfriesland haben können. Der Zustand hätte durch die gemeldete Wetterlage sogar mehrere Tage anhalten können.

Die Feuerwehr Norden rückte nach der Anforderung dorthin aus. Auf der Anfahrt wurde den Helfern schnell bewusst, dass sie dort ein ungewohntes Szenario und viel Arbeit erwarten würden. Während es in der Innenstadt relativ ruhig war und überschaubar viel Schnee viel, türmte sich der Schnee ab im Bereich des Flugplatzes bereits bis zu eineinhalb Meter hoch auf. Die Feuerwehr nutzte einen von der AG Reederei Norden-Frisia bereitgestellten Trecker samt Räumschild sowie einen von der Firma Lankhorst Nord aus Aurich bereitgestellten Teleskoplader mit großer Schaufel. Mit dem Geräte räumten die Feuerwehreute Unmengen an Schnee weg. Massives Schneetreiben erschwerte die Arbeiten enorm. Mit dem Trecker kämpften sich die Feuerwehrleute über eine Wiese des Flugplatzes durch bis zu einem eingeschneiten VW Tiguan. Mit Schaufeln wurde der Wagen befreit. Als die Straße mit den Maschinen geräumt war, konnte der Wagen aus eigener Kraft zurückfahren.

Parallel dazu arbeitete sich das Tanklöschfahrzeug durch die Tunnelstraße. Das Fahrzeug hat die Stadt Norden erst diesen Sommer beschafft. Die besondere Geländetauglichkeit des Unimogs war damals für genau solche Zwecke auserwählt worden. In dem tiefen Schnee kam das Fahrzeug mit seinen grobstolligen Reifen und seinem Allradantrieb gut voran und konnte insgesamt drei weiter Autos aus dem Schnee ziehen. Damit waren das Heim und die nachfolgenden Häuser wieder bedingt erreichbar.

In einem Hubschrauber Hangar von Northern Helicopter (NHC) konnte die Feuerwehr eine Verpflegungsstation für den mehrstündigen Einsatz aufbauen. Die Mitarbeiter unterstützten hier tatkräftig.

Noch während die Arbeiten in Norddeich im Gange waren, erreichte die Feuerwehr ein weiteres Hilfeersuchen. Auf der Ziegelstraße in Westermarsch war ein Streufahrzeug in den Graben gerutscht. Dorthin rückte ein Löschfahrzeug mit aufgezogenen Schneeketten aus. Auch dem Fahrzeug gelang samt Mannschaft das Fahrzeug der Kreisstraßenmeisterei  zu bergen.

Der Rückweg vom Flugplatz Norddeich drohte für die Feuerwehr jedoch zum Fiasko zu werden. Während des Einsatzes hatten Schneewehen den Rückweg soweit blockiert, dass man ihn gerade noch mit einem Trecker befahren konnte. Die Feuerwehrleute konnten damit mit großer Kraftanstrengung die Ostermarscher Straße zu erreichen und eine dort im Einsatz befindliche Schneefräse um Hilfe zu bitten. Mit einem imposanten Bild fräste die Maschine die Straße frei, sodass die Feuerwehr sicher wieder heimkehren konnten. Mitarbeiter von NHC wollten die Straße über Nacht mit einem Trecker freihalten. Die vollständige Räumung übernimmt der Bauhof nach Besserung der Wetterlage. Die Feuerwehr Norden hatte ihre Einsätze gegen 22 Uhr erfolgreich abgearbeitet.

Fotos: Thomas und Jessica Kettler, Thomas Weege, Reinhold Gleissner, Tanja Neemann, Malte Leubner