20 Jahre Atemschutznotfalltraining bei der Feuerwehr Norden
Seit 20 Jahren gehört das Atemschutznotfalltraining (ANT) zur Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr Norden. Aus diesem Anlass trafen sich am vergangenen Samstag über 20 Atemschutzgeräteträger (AGT),um sich auf den schlimmsten Fall im Einsatz vorzubereiten, den Notfall im eigenen Trupp. Übungsobjekt war das alte Feuerwehrhaus in Norden. Es ist heute vom Offshore-Windparkbetreiber Ørsted gepachtet, und die Deutsche WindGuard bietet dort Sicherheitstrainings für die Windenergiebranche an.
Etabliert haben das Ausbildungsformat Ingo und Rainer Horn von der Freiwilligen Feuerwehr Vockenhausen in Eppstein (Hessen),Hansi Stellmacher von der Feuerwehr Korntal-Münchingen in Baden-Württemberg und Thomas Weege aus Norden. Die Organisation hat inzwischen Timo Müller, ebenfalls von der Norder Wehr, übernommen. In den 20 Jahren gab es immer wieder Austausche zwischen Trainern und Teilnehmern in Vockenhausen und Korntal-Münchingen. Die Gebrüder Horn reisten vergangenes Wochenende wieder aus Hessen an und brachten einen jungen Kameraden aus ihrer Wehr mit, der als Teilnehmer mitübte. Hansi Stellmacher fehlte in diesem Jahr aus beruflichen Gründen. Ingo Horn und Thomas Weege engagieren sich darüber hinaus im Trainerteam von Atemschutzunfaelle.eu, einer Internetplattform, die sich mit Atemschutzunfällen befasst. Zusammen mit Karsten Eilers aus Norden bauten die Trainer vier Stationen auf, die die Trupps nacheinander durchliefen.
Am Morgen hielt Ingo Horn zum Einstieg einen Kurzvortrag zu den Basics bei einem Atemschutznotfall. Danach ging es in die Praxis, zunächst mit einer Station, bei der es noch gar nicht um Technik ging. Ingo Horn stellte sie unter das Motto „Stehe still und sammle Dich“ und zeigte einfache Atemtechniken, mit denen sich Stress im Einsatz abbauen lässt. Wer auch unter Belastung ruhig weiteratmet, behält den Kopf frei und kommt mit seiner Atemluft länger aus.
Timo Müller widmete sich der Suche nach vermissten Personen. Die Trupps lernten verschiedene Suchtechniken kennen, mit denen sich Räume systematisch absuchen lassen, und wendeten sie gleich praktisch an. Im Anschluss galt es, Vermisste im Keller und im Obergeschoss aufzuspüren und zu retten.
Um die Sicherheit der Retter selbst ging es bei Rainer Horn und Karsten Eilers. Sie erklärten den Einsatz der Sicherheitstrupp-Tasche und übten mit den Teilnehmern, wie bei einem Atemschutznotfall die Atemluftversorgung des Verunfallten sichergestellt wird.
Am engsten wurde es bei Thomas Weege. In einem nachgebauten Kellerfenster mussten sich die Teilnehmer zunächst selbst in Sicherheit bringen. Danach stieg der Sicherheitstrupp durch dieselbe Öffnung ein, rettete einen verunfallten AGT und setzte dabei verschiedene Hilfsmittel ein. Ein schmales Fenster ist für einen Atemschutzgeräteträger mit Gerät und Ausrüstung ein echtes Hindernis, an dem sich Absprachen im Trupp und die richtige Technik bewähren müssen.
Am Abend trafen sich Teilnehmer und Trainer zu einem gemeinsamen Abendessen in einem Restaurant, wo der Tag noch einmal Revue passierte und Erfahrungen ausgetauscht wurden. Nordens stellvertretender Stadtbrandmeister Thomas Weege bedankte sich dabei bei den auswärtigen Trainern für ihre langjährige Unterstützung.
Das ANT fand in den vergangenen 20 Jahren zwar nicht in jedem Jahr als Praxistag statt. Doch gerade die Praxistage haben dafür gesorgt, dass das Notfalltraining im Alltag der Norder Feuerwehr einen deutlich höheren Stellenwert bekommen hat. Ziel bleibt, dass die Handgriffe im Notfall sitzen, auch wenn alle hoffen, sie nie anwenden zu müssen. Deshalb soll das ANT auch in den kommenden Jahren fester Bestandteil der Ausbildung bei der Feuerwehr Norden bleiben.





































