Feuerwehr Norden bestreitet intensiven Einsatzmarathon
Gegen 16 Uhr begann die ungewöhnliche Einsatzserie mit einem ausgelösten Heimrauchmelder in der Nordlandstraße. Mit der Feuerwehr traf auch der Gebäudebesitzer an der Einsatzstelle ein, sodass beide gemeinsam die Wohnung kontrollieren konnten. Es handelte sich um einen Fehlalarm.
Auf dem Rückweg entdeckten die Einsatzkräfte gegen 16.30 Uhr eine Dieselspur auf der B72 zwischen Looger Weg und Ekeler Weg. Sie sicherten einen ersten Gefahrenbereich und streuten grobe Verunreinigungen ab. Weitere Kräfte wurden nachalarmiert, auch Polizei und die zuständigen Straßenbaulastträger machten sich auf den Weg.
Während dieser Einsatz noch lief, wurde ein weiterer Ölschaden in der Straße „In der Wildbahn“ gemeldet: Ein Geländewagen hatte dort einen Getriebeschaden erlitten, wodurch Getriebeöl auslief. Auch hierzu wurden zusätzliche Kräfte alarmiert.
Kurz danach folgte die Meldung einer weiteren Dieselspur in der Norder Innenstadt. Sie erstreckte sich über rund zwei Kilometer – vom Marktplatz über die Straße Im Spiet bis in den Hirtenpfad, wo das Verursacherfahrzeug stand. Die Fahrerin hatte sich zwischenzeitlich per Notruf gemeldet und ihren Standort sowie ihre Fahrtstrecke durchgegeben. Die bereits im Einsatz befindlichen Kräfte übernahmen auch diesen Auftrag. Gemeinsam mit dem städtischen Bauhof sicherten sie die Gefahrenstellen und banden die Dieselpfützen mit Bindemittel ab. Da aus dem Verursacherfahrzeug, ebenfalls einem Geländewagen, weiterhin Diesel tropfte, stellten die Einsatzkräfte eine Auffangwanne darunter und legten saugfähige Fleecetücher aus. Beide Dieselspuren wurden anschließend maschinell durch eine Fachfirma beseitigt.
Noch während diese drei Einsätze parallel liefen, ereignete sich auf einem Campingplatz in Norddeich ein medizinischer Notfall mit einem Kind. Neben dem Rettungsdienst wurde auch ein Rettungshubschrauber alarmiert. Die Feuerwehr sollte einen geeigneten Landeplatz absichern und löste dafür freie Kräfte aus den laufenden Einsätzen heraus. Dadurch traf sie als Erste ein und konnte bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erste Maßnahmen ergreifen. Sie sperrte die Deichstraße und die Zufahrt zum Campingplatz, sodass „Christoph 26“ sicher landen und wieder starten konnte. Der junge Patient wurde per Rettungswagen ins Auricher Krankenhaus gebracht.
Auf dem Rückweg alarmierte die Leitstelle Ostfriesland die Kräfte als schnelle Ersthelfer – auch First Responder genannt – in die Tulpenstraße. Dort hatte sich eine ältere Frau bei einem Sturz schwer verletzt. Dank ihrer räumlichen Nähe zur Einsatzstelle konnte die Feuerwehr einen deutlichen Zeitvorsprung gegenüber dem ebenfalls alarmierten Rettungsdienst aus Norden herausholen. Die Frau befand sich im Dachgeschoss ihres Wohnhauses; die Kräfte begannen sofort mit der Erstversorgung. Da ein Transport durch das Treppenhaus nicht möglich war, forderten sie die Drehleiter nach, die von Einsatzkräften im Feuerwehrhaus besetzt wurde und ausrückte.
Es war inzwischen nach 19 Uhr, als dieser sechste Einsatz endete. Wegen der hochsommerlichen Temperaturen wollten sich die Einsatzkräfte mit einem Eis abkühlen und trafen sich dafür im Garten eines Feuerwehrmannes. Kaum war das Eis verteilt, meldete sich ein Passant: Nur wenige Meter entfernt in der Amselstraße hatte er ein brennendes Wahlplakat entdeckt. Die Kräfte ließen ihr Eis stehen und erledigten auch diesen Einsatz binnen weniger Minuten.
Kaum zurückgekehrt, meldete die Leitstelle per Funk bereits den nächsten Einsatz: Erneut piepte ein Heimrauchmelder, diesmal in Norddeich in der Pelikanstraße. Auch dieser Alarm stellte sich vor Ort als Fehlalarm heraus.
Gegen 20.30 Uhr – nach viereinhalb Stunden und acht Einsätzen – konnten schließlich alle Fahrzeuge einrücken und die Einsatzkräfte nach Hause entlassen werden.
Fotos: Timo Müller, Karsten Eilers, Wilko Bruns und Thomas Weege
























