Fahrradfahrer im Watt gesichtet

29.07.2026, 20:14 Uhr, geschrieben von Thomas Weege in Einsätze » Einsätze 2026 »

Ein kurioser Notruf ging am Mittwochabend bei der Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland (KRLO) in Wittmund ein. Strandbesucher in Norddeich meldeten einen Mann im Watt, der sich von dort mit einem Fahrrad auf den Weg in Richtung Insel Juist gemacht hatte. Auch wenn der Mann sich frei bewegen konnte und das Wasser noch weit weg war, war dem Leitstellendisponenten klar, dass hieraus eine lebensbedrohliche Situation entstehen kann. Um die Lage zunächst einmal zu verifizieren und die genaue Position der Person zu bestimmen, alarmierte die Leitstelle ihre am Flugplatz Norden-Norddeich stationierte Erkunderdrohne und schickte die Polizei zum Strand.

Ein Drohnenpilot der Freiwilligen Feuerwehr Norden übernahm den Einsatz. Nur wenige Minuten nach Eingang des Notrufs hatte die Drohne bereits das zirka drei Kilometer entfernte Strandgebiet erreicht und begann mit der Suche nach der Person. Mit der Wärmebildkamera der Drohne konnte der Mann samt seinem Fahrrad trotz tiefstehender Sonne schnell gefunden werden. Er befand sich fast einen Kilometer vom Strand entfernt und schob sein Rad inzwischen durch den schlammigen Boden wieder zurück Richtung Deich. Mit der Drohne war zu erkennen, dass sich der Mann körperlich in guter Verfassung befand und er seinen Spuren vom Hinweg zurück folgte. Eine akute Gefahr war somit nicht zu erkennen. Die Polizei empfing den Mann am Strand. Ohne den erfolgreichen Drohneneinsatz wäre es zu einem unnötigen Großeinsatz von Feuerwehr, DLRG, Rettungsdienst und Seenotrettern gekommen.

Die Freiwillige Feuerwehr Norden warnt davor, das Watt ohne Begleitung zu betreten – vor allem wenn die Flut wieder aufläuft. Rinnen und Priele füllen sich zuerst und schneiden oft unbemerkt den Rückweg ab. Ohne Begleitung kann im Ernstfall niemand rechtzeitig Hilfe holen.