Bei dem Begriff "Archiv" denken viele an einen dunklen Raum, vielleicht mit einem "altehrwürdigen" Geruch und verstaubten Akten.

Bei unserer Feuerwehr sah es ganz anders aus: Kein Raum vorhanden, die Archivalien waren in einer roten Metallkiste und im Stadtbrandmeisterbüro untergebracht. Erst der Umbau des alten Feuerwehrhauses in der Klosterstraße in den Jahren 2001 und 2002 änderte die Situation. Die Dienstwohnung stand leer und durch viel Eigenleistung meiner Kameradinnen und Kameraden erhielten die Jugendfeuerwehr und das Archiv geeignete Räumlichkeiten. Somit konnte ich meinen Gedanken, den ich bei der Übernahme des Archivs gefasst hatte, ein Archiv, das für alle zugänglich sein soll, in die Tat umsetzen.

Ende 1998 stellte der damalige Archivar sein Amt zur Verfügung. Die Suche nach einer Neubesetzung seitens unseres Stadtbrandmeisters blieb erfolglos. Rund 120 Feuerwehrleute und keiner meldete sich – ich auch nicht. Alle wussten wohl, da ist Arbeit - viel Arbeit! Eine Frau, nämlich meine, brachte die Sache wieder ins Rollen. Zu Hause erzählte ich ihr von dieser Angelegenheit. Sie schaute mich an und sagte: "Wo liegt das Problem? Das mach du man! Das passt zu deiner Aufgabe als Pressewart (heute: Medienbetreuer)!"

Also ging ich ans Werk und übernahm im Januar 1999 diese Aufgabe. Zunächst holte ich alle Alben, Ordner, Urkunden usw. zu mir nach Hause in mein Computerzimmer. Vielleicht war das gut so, denn kurze Zeit später gab es im Feuerwehrhaus einen Rohrbruch, der den größten Schaden im Bereich des bis dato gelagerten Archivs angerichtet hat.

Mit dem Computer erstellte ich eine Datenbank, die mittlerweile auf über 25.000 Datensätze angewachsen ist. Jedes Foto, Dia, Schriftstück usw. wird hier genau beschrieben. Natürlich fand ich auch Fotos, die überhaupt keine Hinweise erhielten. Durch die Datenbank und durch das Archiv der Tageszeitung "Ostfriesischer Kurier" konnte ich diese Lücken minimieren. Weitere Hilfe erhielt ich von unserem Ehrenstadtbrandmeister Edzard Hasbargen, unseren Alterskameraden Heino Schmull und Johann Kleen, der mittlerweile leider verstorben ist.

Im Jahre 2005 stand die Stadt Norden im Zeichen der "ersten urkundlichen Erwähnung vor 750 Jahren". Zu dieser Veranstaltung stellte ich das Archiv ins Internet. Hierdurch erhielt ich viele Hinweise und auch Fotos, sogar aus Amerika, die halfen, das Archiv weiter zu ergänzen.

Nebenbei sind auch verschiedene Diaschauen entstanden, die bei Veranstaltungen gezeigt werden können.

In nächster Zeit werde ich den Archivinternetauftritt vervollständigen. Also - öfter mal reinschauen, es lohnt sich! Für Anregungen bin ich dankbar.

Viel Spaß beim Stöbern wünscht,
Erich Weege